Tourenverlauf: BAB A 7 - BAB A 5 - Darmstadt - Heidelberg - Neckartal
BAB A 81 - Donaueschingen - Bonndorf - Wutachschlucht
Rheinfall - Bonndorf - Grafenhausen - Lenzkirch - Feldberg
Schauinsland - Glottertal - Breisach - Kaiserstuhl
Dauer: 9 Tage
Da wir letztes Jahr gebaut haben, fällt der diesjährige Urlaub aus Zeit-
und Kostengründen bescheidener aus. Wir lassen Griechenland aus-
fallen und begnügen uns mit dem Schwarzwald.
Hier sind wir bisher verschiedene Male nur vorbei gefahren und haben
immer von der Autobahn aus die Berge liegen sehen.
Jetzt wollen wir uns hier einmal umtun.
Unsere Anreisestrecke Richtung Süden ist wie immer die A 7.
Wir fahren am Nachmittag los, eigentlich war der Start erst für morgen
früh geplant, aber das kalte regnerische Wetter lässt uns heute schon
auf die Piste gehen.
Wo wir heute übernachten werden, wissen wir zu Beginn noch nicht.
Während der Fahrt, als wir überlegen, ob wir wieder in Seesen die
Nacht verbringen ( wo man morgens vom nahe gelegenen Bahnhof
mit der Lautsprecheransage geweckt wird) oder vielleicht bis Hünfeld
fahren, fällt mir ein, dass ich neulich etwas über einen neu eingerichteten
Stellplatz in Bad Gandesheim gelesen hatte.
Zeitlich kommt es auch so hin und so fahren wir von der Abfahrt
"Seesen" ca. 10 km bis Bad Gandersheim.


Wir werden nicht enttäuscht - im Gegenteil !
Der Platz liegt sehr ruhig am Rand der Altstadt, ist befestigt, wenn auch leicht
ansteigend. Das ist aber kein Problem.
Ver- und Entsorgung sind vorhanden, eine gute Infotafel, eine Holzsitz-
gruppe am Platz und eine Stromsäule. Das Ganze für 5.- Euro.
Außer uns steht nur ein HH-Womo dort.
Gegen 23.30 Uhr (!) schlägt unser wachsamer "Willi" an, draußen tapst
jemand ums Wohnmobil herum. Als ich raus leuchte, murmelt der Mensch
etwas von "Parkschein kontrollieren".
Wir sind natürlich total begeistert, denn wir hatten beide schon geschlafen.
Als ich dem Kontrolleur bedeute, dass wir die Kontrolle um diese Uhrzeit
nicht ganz so spaßig finden, meint er, wir hätten den Parkschein hinter die
Windschutzscheibe klemmen sollen. ( Dort würde man ihn aber wegen der
Verdunkelungsjalousie nicht sehen ).
Da der Platz gerade neu eingerichtet ist, dürfte es sich bei diesem Fauxpas
nur um eine Anfangsschwierigkeit handeln.
Am nächsten Morgen geht es weiter. Bei einem kurzen Zwischenstopp in
Göttingen besuchen wir Womo-Freunde auf einen Kaffee.
Zur Mittagspause fahren wir bei Bad Hersfeld runter und spachteln auf
einem Feldweg an einer großen Wiese, wo sich die Hunde auch gleich
austoben können.

unser Pausenplätzchen Hm, jetzt gibt's Fressen
Irgendwo im Bereich Darmstadt haben wir die Idee, von der Autobahn
runter zu fahren und auf der Bundesstraße weiter Richtung Süden zu
ziehen, evtl. wollen wir einen Zwischenstopp in Heidelberg einlegen.
Das stellt sich aber als großer Fehler heraus:
Erstens gelangen wir in ziemlich starken Berufsverkehr und dann fahren die
Leute im Bereich Bergstraße "sehr defensiv", d.h., es ist eine ziemliche
Zuckelei. In Heidelberg stehen wir dann noch im Stau.
Dem Fahrer - also mir - reicht es für heute und so suchen wir, als wir am
Necker entlang fahren, nach dem nächsten Übernachtungsplatz.
Wir haben da so bestimmte Vorstellungen:
Der Platz soll möglichst ruhig sein, wir wollen nicht auf dem Präsentierteller
stehen, die Hunde sollen Auslaufmöglichkeiten haben und wenn man vom
Platz aus loslaufen oder -radeln kann, ist das auch nicht schlecht.
Wir müssen eine Weile am Fluss entlang fahren, bis wir in Eberbach auf
dem anderen Ufer die Sportanlagen sehen, daneben ein großes Wiesen-
gelände.
Also nicht lang überlegt, den Neckar überquert und wir stellen uns neben
den Sportplatz.
Die Nacht wird ruhig und ungestört.
Quelle: www.welt-atlas.de
Nahe Neckarsulm gehen wir am Morgen auf die A 81 und an Stuttgart
vorbei. Bei Donaueschingen biegen wir auf die B 27 ab und fahren bei
Blumberg in den südlichen Hochschwarzwald hinein.
Das Wetter ist hier noch nicht so toll, wie wir es uns gewünscht haben,
es ist kalt, aber zumindest trocken und das ist ja schon was.
Wir kommen nach Bonndorf, einem kleinen netten Städtchen. Laut
Prospektmaterial, das wir auf der Hamburger Reisemesse mitgenommen
hatten, gibt es einen Stellplatz mit Ver- und Entsorgung am Sportplatz.
Den Platz finden wir auch. Es ist zwar ein Bodeneinlass für Abwasser
vorhanden, leider ist aber der Wasserhahn demontiert.
Da der Platz schön ruhig direkt am Waldrand liegt, außerdem noch
zwei weitere Womos dort Station machen, bleiben wir.
Direkt am Platz beginnt ein Fitnesspfad, den wir nach dem Mittagessen
für eine Radrunde durch den Wald nutzen.
Dabei erkunden unsere beiden haarigen Freunde ausgiebig die neuen
Gerüche des Schwarzwaldes.

man könnte Ayka auch für einen Bären halten !

Schwarzwaldfuchs ? Nein - Hund Willi
Nach einer ruhigen Nacht erste Runde für die beiden Wuffels, dann nehme
ich das Rad und besorge aus dem Ort frische Brötchen.
Von Bonndorf aus fahren wir ein paar Kilometer zur Wutachschlucht und
parken auf dem Wanderparkplatz gegenüber der "Schattenmühle".
Es ist ein sehr idyllisch direkt an der Wutach gelegenes Waldhotel.
Hier nun begeben wir uns auf eine 3-stündige Wanderung an der
Wutach entlang. Der Wanderweg erfordert feste Schuhe. Wegen der
besonders schützenswerten Natur sollen die Hunde angeleint werden.
Nachdem wir das - weil unsere beiden immer bei uns bleiben - erst
etwas lax handhaben, leinen wir sie aber dann doch an, weil
der Wanderweg teilweise steil oberhalb des Flusses entlang führt und
wir Sorge haben, dass die Hunde abstürzen könnten.
Die Natur ist wirklich eindrucksvoll: Tief unten die Wutach, von den
Seiten kommen kleine Wasserfälle vom Berg herunter, dichter
dunkler Tannenwald, bemooste Felsen.


Nachdem wir genügend Kalorien verbrannt haben, setzen wir das Womo
um und machen Mittagsrast auf einem Wanderparkplatz in der Nähe.
Beim Nachmittagskaffee kommt uns die Idee, einen kurzen Abstecher zum
Rheinfall von Schaffhausen zu unternehmen.
Das ist von hier aus ca. 40 km weg und locker zu machen.
Susanne, die das erste Mal hier ist, gerät ins Schwärmen, als sie die tosenden
Wassermassen des Rheins sieht, bzw. hört.

Wir kehren zum Wanderparkplatz an der Wutachschlucht zurück und
und schlagen dort unser Bett auf.
Tags drauf rollen wir nochmal zur "Schattenmühle" hinunter. Wir wollen heute
die Lothenbachklamm erkunden, die vom Wanderparkplatz gegenüber der
"Schattenmühle" praktisch "links rum" zu erreichen ist.
Hier nun gibt es eine Steigerung zur Wanderung gestern.
Der Lothenbach kommt steil vom Fels herunter. Der Wanderweg geht teil-
weise schmal über Holzbrücken, mitten drin ist sogar eine recht steile Metall-
treppe.
Die herab stürzenden Wassermassen, die Dunkelheit durch den dichten
Nadelwald ringsum und das durch die Bäume brechende Licht sind die
anstrengende Wanderung auf jeden Fall wert.

Der Rückweg ist nicht unbedingt einfacher. Jeder Schritt muss sorgsam
gesetzt werden.
An der schon erwähnten steilen Metalltreppe geht Hund Willi zwar vor-
sichtig hinunter, aber Ayka traut sich nicht, so dass ich sie auf den Arm
nehmen muss ( ca. 22 kg!) und rückwärts langsam die Stufen hinab
steige. Wir kommen wohlbehalten unten an.
Heute morgen ist nun endlich mal die Sonne heraus gekommen, es
ist deutlich wärmer geworden.
Wir fahren auf der B 315 weiter nach Grafenhausen, in den Ortsteil
Rothaus, wo sich das Haus von "Professor Brinkmann" aus der Serie
"Schwarzwaldklinik" befindet.
Nicht dass wir ausgesprochene Fans dieser Serie sind, aber das Haus
selbst soll sehr schön sein. Wir werden nicht enttäuscht.

Nach diesem Ansichtskartenmotiv schlendern wir noch zum nahe
gelegenen "Schlüchtsee", der etwa 1 km entfernt im Grund liegt.
Am "Schluchsee" entlang biegen wir hinter der gleichnamigen Ort-
schaft rechts in die Berge ab. Wir wollen nach Lenzkirch. Dort wohnt
eine ehemalige Auszubildende - damals sagte man Lehrling - aus
der elterlichen Buchhandlung von Susanne.
Eigentlich wollten wir uns auf dem Weg dahin in "Glashütte" einen
Parkplatz als mögliche weitere Übernachtungsstation ansehen, ver-
passen aber zunächst den richtigen Weg.
Einkauf in Lenzkirch, dann einen Schlenker über eine sehr schmale
Straße durch den Wald bis Glashütte. Der Parkplatz liegt ruhig bei
einem Gasthof und würde sich durchaus für eine Nacht eignen.
Rechtzeitig zur Kaffeezeit fahren wir dann über Nebenstrecken in
den Ortsteil "Grünwald" von Lenzkirch, wo Anne - die ehemalige
Auszubildende - wohnt.
Das Dorf besteht aus einigen wenigen Häusern, einem Gasthof und
1 Kirche. Es liegt kuschelig am Berg.
Anne wohnt mit ihrem Mann Günter in dem ehemaligen "Messmerhaus",
welches die beiden aufwändig renoviert haben. Wir werden herzlich
begrüßt. Anne hat Susanne einige Jahrzehnte nicht gesehen, aber
gleich erkannt ( "ganz wie deine Mutter").
Nachmittag und Abend vergehen mit erzählen, einer Schwarzwald-
Vesper und einigen Getränken. Wir kommen erst gegen 1.00 Uhr ins
Bett und schlafen gegenüber dem Gasthof wie die Murmeltiere.
Wie immer bin ich relativ früh wach, was ich gern für einen Spazier-
gang rund um das Dorf nutze, zumal das Morgenlicht schöne Farben
produziert, was mich als Hobbyfotografen geradezu herausfordert.


Nach dem Frühstück und Wasserfassen machen wir uns auf.
An Titisee-Neustadt vorbei schrauben wir uns zum Feldberg hoch.
Hier oben ist es wieder bedeckt und lausig kalt, auf dem Gipfel liegt
noch Schnee. Die Kabinenbahn ist nicht im Betrieb, wir sparen uns
den Aufstieg nach oben.
Die B 317 über Todtnau rechts ab nach Wieden, wo wir Mittagspause
machen.
Von dort klettern wir Kurve um Kurve hoch zum Schauinsland.
Zwar haben wir von dort oben eine schöne Aussicht, auch runter auf
Freiburg, aber auch hier ist noch alles geschlossen, wir sind wohl zu
früh im Jahr.
Es ist jetzt ca. 18.00 Uhr. Eigentlich Zeit, sich ein Plätzchen zu suchen,
aber irgendwie gefällt uns der Busparkplatz nicht und so schwingen wir
an Freiburg vorbei ins Glottertal. ( nein, nein, nicht wegen Prof. Brinkmann,
sondern weil es dort einfach schön ist.)
Aber wie es dann so ist, wir finden und finden keinen geeigneten Platz.
Im Ort Glottertal stellen wir uns zunächst auf den Parkplatz am Sportplatz,
allerdings ist dieser nur für Pkw so dass ich nach dem Abendbrot zu Fuß
die Möglichkeiten erkunde.
Hinter dem Rathaus ist ein - wie ich glaube - ruhiger Parkplatz, zu dem
wir umsetzen.
Wir können nicht ahnen, dass dies auch ein Treffpunkt der Glottertaler
Jugend zu sein scheint. Hupen, laute Unterhaltung, An- und Abfahren,
Türenknallen enden erst gegen 3.00 Uhr.
Ja, so kann's Verweigerern von Campingplätzen eben gehen.
Nach dem Frühstück werfen wir einen Blick auf - nach was wohl ? -
die "Schwarzwaldklinik", wenn wir schon mal hier sind.
Wir machen uns auf Richtung Kaiserstuhl. In Breisach gelangen wir
mehr zufällig zum Wohnmobilstellplatz am Rhein. Der Platz ist sehr
gut belegt, ca. 40 Fahrzeuge stehen dort.
Irgendwie hat das was von Großstadt, nichts für uns, wir sind da mehr
für ruhigere Plätze. Nach einer Radrunde und Entsorgung nehmen wir
den Tipp eines Schweizers wahr und fahren nördlich aus Breisach
hinaus bis zur Gaststätte "Jägerhof".
Hier betreibt Lolita Dürr ( die heißt tatsächlich wie ich !) einen privaten
Wohnmobilstellplatz. Für 5.- Euro kann man dort stehen, Strom gibt's
auch, außerdem Toilette und Dusche.

Abends gönnen wir uns im Gasthof einen schönen Wein und einen
Flammenkuchen.
Eigentlich wollten wir nun noch 2 Tage im Kaiserstuhl bleiben, aber das
Wetter am nächsten Morgen begrüßt uns mit Dauerregen, der schon
nachts auf das Dach platterte. Die Berge des Kaiserstuhls sind kaum zu
sehen, es sind nur einige Kirchgänger unterwegs.
So entschließen wir uns, da auch die Vorhersage für die nächsten Tage
nichts anderes verheißt, zu einer vorzeitigen Rückkehr nach Hause.
Als in allem ein zwar kurzer aber doch schöner Urlaub, der deutlich
macht, dass auch Urlaub in Deutschland durchaus seine Reize hat,
allerdings sind wir in unseren Breitengraden doch sehr von gutem
Wetter abhängig.