Schon seit längerem wollte Susanne ein Reiter-Wochenende mit ihrem Pferd
in der Lüneburger Heide verbringen. Vor einigen Jahren hatten wir das
schon einmal in der Nähe von Hitzacker an der Elbe gemacht und waren
sehr angetan.
Da wir noch etwas Urlaub übrig hatten, fuhren wir am Tag nach dem Tag
der Einheit los.
Es gibt eine Vorgeschichte:
Ich selbst hatte, als ich Susanne kennen lernte, auch Gefallen am Reiten
gefunden.
Auf ihrem damaligen Pferd hatte ich ordentlich gelernt und konnte
letztlich in Schritt, Trab und auch Galopp gehen. Bei einem Süd-
frankreich-/ Spanien-Urlaub im Jahr 1997 ritten wir beide durch die
Strand dem Sonnenuntergang entgegen. Auf unser Motorradtour
nach Südengland durchstreiften wir die Hügellandschaft des Dartmoores
mehrere Stunden lang auf dem Pferderücken.
Durch einen Weideunfall verloren wir Dante, danach saß ich aus ver-
schiedenen Gründen nicht mehr auf dem Pferd und war ohne Übung.
Um nun nicht völlig unvorbereitet mit ins Reiter-Wochenende zu fahren,
bestand ich darauf, vorher mindestens einmal wieder auf dem Pferd zu
sitzen. Das fand dann am Tag vor unser Abfahrt statt - und ging schief.
Ich fühlte mich eigentlich wieder ganz gut da oben drauf, ritt im Schritt,
danach im Trab und zuletzt an der Longe auch im Galopp.
Aus irgendeinem Grund rutschte bei der Galopprunde der Sattel auf die
Seite des Pferde und ich mit. In vollem Galopp knallte ich runter und fiel
wie ein Maikäfer auf den Rücken.
Das war natürlich nicht so toll, ich konnte mich kaum rühren und es
zeichnete sich schon ab, dass ich mich mit der Zuschauerrolle am
Wochenende begnügen müsste. So kam es auch.
Aber nun geht's los:
Am Donnerstag Vormittag verladen wir "Linus". Ich fahre mit dem Wohn-
mobil voraus, Susanne mit Jeep und Pferdeanhänger hinterher. Mit
Navi finden wir gut an Hamburg vorbei in die nähere Umgebung
von Uelzen
Auf dem Hof finden wir nicht gleich den richtigen Platz für's Womo und so
fahre ich runter auf eine - nasse !! - Wiese. Das hätte ich lassen sollen.
Denn prompt macht der Ducato das, was eigentlich zu erwarten war:
Er fuhr sich fest.
Das sieht dann so aus.
Na, das fängt ja gut an.
Ein freundlicher Helfer zieht unser Fahrzeug, als das Pferd untergebracht ist,
aus dem Loch und wir finden einen Platz mitten in der Anlage.
Wir stehen mitten auf dem Hof unter Bäumen.
Die Stallungen sind in unmittelbarer Nähe.
Linus kommt ins Paddock und kann sich akklimatisieren. Er scheint zufrieden.
Heute findet vom Reiten her nicht mehr viel statt, so dass wir uns umsehen, den
Hof und die Umgebung erkunden. Die Anlage ist von einem schönen Gelände um-
geben, das Dorf selbst strahlt die Ruhe niedersächsischer Dörfer aus.
Abends sitzen wir gemütlich mit den anderen Reitgästen im Reiterstübchen
zusammen und genießen einige Getränke und das Kaminfeuer.
Am nächsten Morgen nimmt Susanne Unterricht in der Halle. Der Reitlehrer Burkhard
ist sehr kompetent und Pferd und Reiterin sind zufrieden, ich - wie gesagt - schaue zu.


Das genügt für heute, Linus kommt in die Box und wir erkunden wieder die Anlage.
Nachmittags quäle ich mich mit meinem geschundenen Rücken aufs Fahrrad und
radele los. Aber ein kurzes Stück hinter dem Dorf muss ich dann direkt auf der Land-
straße fahren, was nicht schön ist und mit den Hunden schon gar nicht geht.
Der Abend findet wieder in geselliger Runde statt. Wie schon in der Nacht vorher
schlafen wir gut.
Am nächsten Tag bessert sich das Wetter, vom nebligen grauen hin zum schönen
goldenen Oktober. Wir erwandern die Landschaft und genießen die Natur und die
Pferde darin.


Auch die Hofanlage ist sehr schön. Sie wird gebildet aus dem alten Haupthaus,
den Stallungen, den Ferienwohnungen und den angrenzenden Pferdekoppeln.
Nachmittags unternimmt Susanne mit einer Gruppe einen Ausritt in die Natur.
Leider vertritt sich Linus dabei, so dass sich ein Hufgeschwür bildet und wir die
Tierärztin kommen lassen müssen. Das Pferd mag das linke Vorderbein gar nicht
mehr aufsetzen, es sieht jammervoll aus.
Zunächst bekommt er Schmerzmittel und darf zur Schonung in seine Box.
Es ist fraglich, ob wir am nächsten Tag das Pferd mit nach Hause nehmen können
oder erst eine Woche hier stehen lassen müssen. An Reiten ist nicht zu denken.
Am nächsten Tag ist er zwar schmerzfrei und kann auch auf allen Vieren stehen,
wir verladen ihn und fahren nach Hause zurück. So ist der Ausklang des Wochen-
endes nicht so schön.
Gegen Mittag sind wir wohlbehalten in der Heimat und zu Hause.