Wir sind Hundefreunde und haben deshalb selbst zwei dieser treuen Hausgenossen.

        Auf die Diskussion, ob wir in Deutschland nicht schon zu viele Hunde haben, dass die

        überall ihr Häufchen hinmachen, dass Hundehalter diese Hinterlassenschaften nicht

        entfernen u.s.w. möchte ich hier nicht eingehen.

        Bei unseren Griechenlandreisen sind wir von Anfang an auf das Elend der umher-

        streunenden frei lebenden Hunde aufmerksam geworden. Die Tiere fristen ein recht

        elendes Dasein, leben vom Betteln an der Straße.

       

        Bei meinen Recherchen und Vorbereitungen unserer Reise 2003 stieß ich im Internet

        auf das "Tierheim Paradies".

        Es handelt sich um eine Tierauffangstation auf der Halbinsel Chalkidiki im Norden

        Griechenlands.

 

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        Da wir ohnehin bei unser diesjährigen Tour den Norden bereisen wollten, setzte ich

        mich mit der deutschen Kontaktfrau, Iris Stertz, telefonisch in Verbindung.

        Der Plan, Rebecca in ihrem Tierheim zu besuchen, sich dabei einen Eindruck vor Ort

        zu verschaffen und später darüber auf unser Homepage zu berichten, wurde mit

        Freude aufgenommen. Frau Stertz war gern bereit, den Kontakt zu Rebecca herzu-

        stellen.

 

        Am 18.09. 2003 sind wir auf der Chalkidiki. Wir rufen Rebecca an. Wie kann es anders

        sein - sie ist natürlich gerade wieder in Sachen "Hund" unterwegs. Zur Eindämmung der

        übermäßigen Population lässt sie die Tiere kastrieren.

        Wir verabreden uns an der Straße GERANIKI - POLIGIROS.

 

        Rebecca holt uns mit ihrem alten klapprigen Opel Kombi ab. Zu unserer Überraschung

        sitzt auch Iris Stertz im Wagen und eine weitere Helferin von Rebecca.

        Zunächst fahren wir noch mit dem Wohnmobil hinter ihr her, der Weg wird aber immer

        schlechter, so dass wir bei ihr einsteigen.

        Über den ausgewaschenen Weg holpern wir den Berghang hinauf. Schon von weitem

        hören wir zahlreiches Hundegebell. Dann sind wir da.

        Eine einfache Blockhütte, umgeben von Hundegehegen und Hütten ist das "Zuhause"

        von Rebecca.

 

 

        Wir erklären Rebecca noch einmal unser Anliegen, nämlich dass wir nach einem

        eigenen Eindruck ihr Tierheim und ihre Arbeit auf unser Homepage veröffentlichen

        wollen.

        

        Sie freut sich sehr und führt uns über das Gelände.

        Zwar sind viele Gehege gebaut worden, Zäune gezogen, Hundehütten aufgestellt

        worden, aber es wird deutlich, dass es überall fehlt. Rebecca muss dies alles allein

        machen, ist auf tatkräftige und vor allem finanzielle Hilfe von Freiwilligen, bzw. 

        Spendern angewiesen.

        So erzählt sie uns, wie sie zu ihrer Blockhütte gekommen ist:

        Es handelt sich um eine Spende aus Deutschland, das Material wurde über Freunde und

        Helfer nach Griechenland gebracht und die Hütte aufgebaut.

        Besonders half dabei die "Österreichische Tierhilfe Griechenland-Spanien".

        Weiteres Material für Winterhütten, in denen die Welpen untergebracht werden sollen,

        liegt auf dem Gelände. Das Aufstellen kostet Zeit und Geld, beides ist nicht genügend

        vorhanden.

        

        Bei unserem Besuch sind ca. 60 Hunde dort.        

                                 

 

           

        Alle Hunde werden, wenn sie in die Station kommen, tierärztlich untersucht und geimpft.

        Die Tiere werden entweder von Rebecca und ihren Freunden selbst gefunden, bei ihr

        abgegeben oder sitzen morgens einfach vor der Tür.

        Alle sind sehr zutraulich und liebebedürftig.

 

        Sanni ist von einer kleinen Hündin mit auffallend schönen Wimpern sehr angetan, am

        liebsten würde sie sie mitnehmen. Nur mit Mühe kann ich ihr das ausreden, unsere zwei

        Hunde sind mehr als genug.

  

       ( Die Kleine wurde inzwischen in eine Familie nach Bayern vermittelt. )

 

        Rebecca erzählt uns ihre Geschichte:

        Sie wuchs in Berlin auf, spricht deshalb fließend deutsch. Als Erwachsene ging sie mit

        ihren Eltern nach Griechenland. In POLIGIROS hatte sie eine Stelle als Sportlehrerin.

        Schon früh kümmerte sie sich um herum streunende Hunde. Dies stieß immer mehr

        auf Missfallen, so dass sie letztlich ihre Lehrerstelle aufgeben musste.

Rebecca Papadopoulou

        Der Staat hilft Rebecca bei ihrer Arbeit in keiner Weise, schon gar nicht finanziell.

 

        Bei unserem Aufenthalt stellt sie uns einen gerade anwesenden Regionalpolitiker vor,

        der sich für das Tierheim interessiert. Sie hofft, dass sich allmählich die Einstellung zu

        Hunden in Griechenland wandelt, das Interesse des Politikers lässt zumindest

        darauf schließen.

        Dazu passt aber die folgende Geschichte nicht:

        

        Schockiert erfahren wir, dass die griechische Regierung zur Olympiade 2004

        ein "Programm Sauberes Athen" aufgelegt hat.

        Für die vielen Besucher aus aller Welt soll Athen "hundefrei" sein.

        Wir haben schon Bilder von ganzen vergifteten Hunderudeln gesehen und 

        daher die schlimmsten Befürchtungen.

 

        Unterstützung erfährt Rebecca durch Spenden und durch Menschen, die sogar ihren

        Urlaub opfern, nach Griechenland fahren und tatkräftig im Tierheim mithelfen.

        "Flugpaten"

        Neben der Kastration und der ärztlichen Versorgung der Tiere vermittelt Rebecca

        Tiere nach Deutschland. Dafür benötigt sie die Hilfe von "Flugpaten".

        Ein Tier, das nach Deutschland zu seinem neuen Frauchen oder Herrchen geflogen

        werden soll, braucht einen offiziellen Begleiter, der in den Papieren eingetragen wird.

 

        Rebecca oder ein Helfer organisiert den Flug des Tieres, die Kosten werden bezahlt,

        das Tier wird zum Flughafen in Griechenland gebracht und in einer Transportbox in

        das Flugzeug verladen.

        Der Flugpate erhält die Papiere des Tieres und ist der offizielle "Begleiter".

        Am Zielflughafen wird der Flugpate und das Tier von einem Helfer in Empfang ge-

        nommen, der das Tier übernimmt und zu seiner neuen Familie bringt.

 

        Der "Flugpate" hat keinerlei Kosten zu tragen. Außer dass er die Papiere des Tieres

        bei sich führt und der offizielle Begleiter ist, hat er keine Umstände. Er kann seinen

        Flug genau so durchführen wie sonst auch.

        Kontakte

 

        Wer sich für die Arbeit von Rebecca interessiert, kann sich entweder mit ihr selbst

   Tel.: 0030-6937003232

        in Verbindung setzen oder auch Iris Stertz kontaktieren:

        e-mail: iris.stertz@web.de

        Anfahrt zum Tierheim

        Es liegt an der Straße von GERAKINI nach Poligiros. In Gerakini an der großen

        Kreuzung der Küstenstraße in Richtung Poligiros abbiegen. Die Straße führt gerade

        auf die Berge zu.

        Von dort aus sind es genau 7,2 km.
        Dort wo die Strasse durch einen Einschnitt verläuft stehen links zwei rechteckige 

        Hinweistafeln    s.Bilder unten

        Dort beginnt links die Schotterpiste zu Rebecca.
        Man nehme nicht die erste rote Erdpiste rechts, sondern bleibt links auf der 

        Sandstrasse. Bei Weggabelungen rechts halten.
        
        Zuletzt geht es etwas steiler bergauf und dann sieht man die Baracken des

        Tierparadieses.

        Koordinaten (GPS) des Tierheims:
        N 40° 20'
        E 23° 26'

                           

 

                                                       

        Für diese exakte Wegbeschreibung bedanke ich mich ganz herzlich bei

        Wilf Diethelm, der im Mai 2005 bei Rebecca war.

 

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