Warum immer Griechenland ? Wo wir doch schon (fast) das ganze Land kennen ? Es gibt doch auch

        auch noch andere schöne Ziele in Europa - zumal Griechenland in den letzten beiden Jahren politisch

        instabil geworden ist und man derzeit wohl auch nicht ausschließen kann, das eine gewisse Deutsch-

        Feindlichkeit vielleicht die Urlaubsfreuden trüben könnte.

        Also: Italien kannten wir bisher, wenn wir auf dem Weg nach Griechenland waren, eigentlich nur vom

        Durchfahren auf der Autobahn bis Ancona. Vor Jahren waren wir mit dem Motorrad in der Toscana und

        auf Elba, ansonsten hatten wir von dem Land noch nicht so viel gesehen.

        Kurz und gut: Wir guckten uns Sizilien als Ziel aus, wobei wir nicht kilometerfressend durch den "Stiefel"

        düsen wollten sondern uns Zeit lassen und erst etwa im zweiten Drittel des Urlaub nach Sizilien übersetzen

        wollten.

 

        Die Route:

        Anders als in den vergangenen Jahren sind wir diesmal von Norddeutschland an Berlin vorbei, auf der A 9,

        A 93 Regensburg - A 9 München - A 9 Garmisch-Partenkirchen - dann Fernpass nach Italien.

 

        Dauer:

        15.09. - 17.10. 2011 = 33 Tage

 

 

        1. Tag - Abfahrt - Coswig (Sachsen-Anhalt)    355 km    (Stellplatz kostenlos)

        Nachdem die letzten Sachen im Womo sind, geht's kurz vor 10.00 Uhr los. Das Auto von Sanni noch in der

        Scheune, in der sonst das Womo steht, abstellen und der Urlaub beginnt. Im Nachbardorf fahre ich, wie immer,

        auf die Waage und siehe da: knapp 150 kg zuviel. Das kann ich mir nicht erklären, haben wir doch nicht mehr

        mit als sonst auch und da passte es immer. 

        Auf der A 24 Richtung Berlin begleitet uns ca. 2 Stunden lang Regenwetter - hatten wir eigentlich dieses Jahr den

        ganzen Sommer schon - um Berlin herum hört es aber auf und wir machen die erste Pause in einem Wald abseits

        der Autobahn. In Coswig decken wir uns noch im Supermarkt ein und fahren dann zum Hotel "Fichtenbreite", das

        einen Stellplatz neben dem Hotel anbietet, der sogar kostenlos ist, wenn man einkehrt. Traditionsgemäß gehen wir

        abends im Hotel essen. Später kommen noch 4 weitere Womos, von denen einer etwas "kuschelt". Die Nacht ist

        nicht sehr ruhig, da die Autobahn ziemlich nahe ist.

 

        2. Tag - Coswig - Neunburg vorm Wald    370 km    (Stellplatz kostenlos, da privat)

        Schönes Spätsommerwetter lässt den Tag gut beginnen. Die Autobahn lässt sich gut fahren, so gut wie keine Bau-

        stellen, relativ wenig Verkehr. In Franken wird's dann leicht hügelig, aber kein Vergleich zur Quälerei über die

        Kasseler Berge, die wir sonst auf unser Fahrt in den Süden immer bewältigen mussten.

        Unterwegs dürfen die Fellnasen natürlich nicht zu kurz kommen. Dazu fahren wir immer von der Autobahn ab und

        suchen ein Gelände, wo die Hunde ausreichend laufen können.

 

 

 

 

        Gegen 14.00 Uhr sind wir bei unser Verwandten und bleiben über Nacht dort. Wir können ruhig auf dem Grund-

        stück übernachten.

 

        3. Tag - Neunburg v.W. - Sterzing    417 km    (Stellplatz 13.- €)    

        Gegen 06.45 Uhr läutet eine kleine Glocke auf einem der Häuser im Dorf zum Wecken. Aus dem Dorf heraus ein

        schöner Morgenspaziergang, danach Frühstück und ausgiebige Dusche. Dann verabschieden wir uns. Gemütlich

        geht es über Regensburg und durch München in Richtung Garmisch-Partenkirchen. Hinter München, bei einem

        Gestüt, Mittagspause. 

        Um auch mal wieder andere Wege zu nutzen, fahren wir diesmal über den Fernpass. Leider ist auf der Gegenfahr-

        bahn ein Fahrzeug mit einer Panne liegen geblieben, was durch Gaffer auf unser Fahrbahn zu einem endlosen Stau

        führt. Ein wenig ärgerlich, aber wir haben ja Urlaub und sind nicht auf der Flucht. Nachdem wir den Fernpass hinter

        uns haben, legen wir in Telfs noch mal eine kurze Pause ein. Wir sind als Flachländer immer wieder von den schönen

        Bergen begeistert.

 

        

 

        Dann kurbeln wir über die alte Brennerpass-Straße hoch und sind kurz vor 18.00 Uhr in Sterzing, auf dem uns seit

        langem bekannten "Autocamp Sadobre". Irgendwie wurde der Platz, bzw. die Zufahrtmöglichkeit umgebaut. Wenn

        man jetzt von der SS 12 zum Platz fährt, landet man bei einer neu gebauten Schranke, von wo aus man auf einem

        durch Betonblöcke abgeteilten Teil des Platzes gelangt. Dieser Teil ist ziemlich voll, während der hintere Bereich

        fast leer ist. Dorthin würde man nur gelangen, wenn man von der Brennerautobahn den Stellplatz ansteuert - irgend-

        wie merkwürdig.

        Gerade sind wir angekommen, da geht ein heftiger Gewitterschauer nieder. In einer Regenpause laufen wir zum

        Restaurant und lassen uns die Wagenrad-große Pizza schmecken.

 

        4. Tag - Sterzing - Bellaria Igea Marina    456 km    (Stellplatz 15.- €)

        Von einem Wohnmobilisten erhalten wir den Tipp, den kommerziellen Stellplatz in Bellaria Igea Marina, in der Nähe

        von Rimini, aufzusuchen. Er ist gut ausgestattet, relativ preisgünstig und liegt fast direkt am Meer.

        Auf der Weiterfahrt regnet es wieder eine ganze Zeit, dann hört es aber auf. In Verona-Nord fahren wir ab und gönnen

        uns in einem großen Industriegebiet die Mittagspause. Mit Regenbegleitung geht es weiter, später ist der Himmel bedeckt

        und es ist schwülwarm. Nach der Kaffeepause ziehen wir bis "Rimini-Nord" durch und das Navi führt uns sicher zum

        Stellplatz. Der ist recht gut gefüllt, vor allem mit Italienern, die dort das Wochenende verbracht haben. Allerdings ziehen

        die gegen Abend ab.

 

        5. Tag - Bellaria Igea Marina - Mondavio (Marken)    120 km    (Stellplatz kostenlos)

        Auch die ganze Nacht war starker Regen, der allerdings morgens rechtzeitig aufhört. Das bisherige Wetter enttäuscht uns

        schon etwas, erwarten wir doch immer, wenn wir die Alpen überquert haben, den Traumsommer. Nun, diesmal ist es halt

        ein wenig anders. Mal sehen, wie es sich entwickelt.

        Vormittags reißt dann aber doch der Himmel auf und es wird schön. Wir wollen einen Abstecher ins Landesinnere machen,

        die "Marken" sind doch zu schön, um an der Küste daran vorbei zu fahren. Nach dem Führer aus dem Womo-Verlag soll

        es am Rand der Altstadt von Corinaldo einen SP geben. Diesen finden wir zwar, der ist aber total mit Pkw zugeparkt, so dass

        wir nur mit Mühe überhaupt wieder vom Platz wegkommen. Über kleine Landstraßen fahren wir weiter nach Mondavio.

        Unterwegs ein Blick in die schöne Landschaft.

 

 

        In Mondavio müssen wir ein wenig herumsuchen, weil wir die richtige Straße zum empfohlenen Stellplatz verpassen.

        Erst als Sanni zu Fuß losgeht, finden wir hin. Der Platz ist ein einfacher Parkplatz,  direkt an der Stadtmauer, der

        eigentlich für Busse gedacht ist. Da hier auch vereinzelte Pkw stehen, bleiben wir. Gegenüber ist sogar eine Ver- und

        Entsorgung.

 

       

 

        Nachmittags erkunden wir mit den Hunden die nähere Umgebung, danach im Wechsel die schöne Altstadt von Mondavio.

 

   

 

 

        Wir verbummeln den Nachmittag, wollen heute nicht weiter fahren. Warum auch, wir hatten uns von Anfang an vor-

        genommen, den "Stiefel" runter zu bummeln und genau das werden wir auch machen, zumal das Wetter immer noch

        nicht unseren Vorstellungen von einem italienischen Spätsommer entspricht, Strandleben also eher noch nicht ange-

        sagt ist.

        Wir schlafen ruhig und ungestört, zumal gegenüber auch noch die Garage der "Polizia local" ist, wo nach Feierabend

        das Dienstfahrzeug geparkt wird. Die Polizistin zeigt auf unser Wohnmobil keine Reaktion.

 

        6. und 7. Tag - Mondavio - Fossacesia Marina    259 km    ( Stellplatz 6,50 € /Nacht)

        Gestern Abend haben wir noch leicht in "Fluchtrichtung" umgesetzt. Nachts knurrt Pedro einmal kurz, als nebenan

        ein Jugendlicher aus seinem Auto aussteigt - braver Hund. Wir müssen uns erst wieder an das freie Stehen gewöhnen.

        Heute morgen ist es immer noch bedeckt und sogar kühl, so dass wir kurz die Heizung anwerfen. 

        Bei der Abfahrt für ca. 1 Stunde lang wieder starker Regen, Richtung Süden sieht der Himmel etwas besser aus. Hinter

        Roseto verlassen wir die Autobahn für eine Zwischenpause - die Fellnasen fordern einfach ihr Recht. In Ortona gehen 

        wir dann endgültig von der Autobahn runter und fahren auf der SS 16 an der Küste entlang. Das Navi führt uns über

        einen Bahnübergang - eher selten, meistens muss man unter der Bahn durch, wobei die Unterführungen häufig nicht

        hoch genug sind - wir landen also direkt auf dem kommerziellen Stellplatz, wie er auch im Führer des Womo-Verlages

        beschrieben ist. Der Platz liegt direkt am Strand, hat Ver- und Entsorgung und bei Bedarf Strom.

        Es stehen 6 italienische Womos hier, allesamt nette Leute.

        Die beiden Tage verbringen wir mit Faulenzen und Spaziergängen mit den Hunden am Strand. Das schlechte Wetter

        hält am ersten Tag noch an, es zieht sich zu, blitzt und donnert, und erst am Abend hört der Starkregen auf. 

 

           

 

        Am nächsten Tag bessert es sich. Das Meer ist aufgewühlt, es geht eine starke Brandung, so dass an Baden nicht zu denken ist.

        Es zeigen sich die ersten Löcher am Himmel und es wird wärmer. Wir bleiben, genießen das Nichtstun und versuchen, die erste

        Farbe aufzulegen. Unsere tierischen Freunde bekommen lange Strandspaziergänge.

 

        8. Tag - Fossacesia - Zapponeta    200 km    (Campingplatz "Green Park" 8.- €)

        Der Morgen fängt endlich so schön an, wie wir es uns schon seit Tagen wünschen. Nach dem Frühstück starten wir, Gott sei

        Dank können wir noch ein ganzes Stück die Strandstraße entlang fahren, bis wir endlich die immer vorhandene Bahnlinie

        problemlos queren können. Das ist, wie schon geschrieben, nicht immer der Fall, wie hier zum Beispiel.

 

 

        Wir fahren auf die A 14 und kurz danach an der nächsten Tankstelle zum Auffüllen des Diesels, wir fahren nämlich schon auf

        Reserve. Nach kurzer Zeit meint Sanni, da ist ein Klopfgeräusch. Ich schaue unter den Alkoven und sehe, dass sich meine vor

        langer Zeit angebrachte Konstruktion gelöst hat. Das Dichtungsgummi, welches an der Dachkante um den Alkoven geht,

        hatte sich gelöst und ich hatte es mit einem sauberen Streifen Isolierband verklebt. Hielt ungefähr 3 Jahre. Wir halten in einer

        Nothaltebucht, Warnweste an und Panzerband sorgt wieder für Ordnung.

        Auf der Karte hatte ich gesehen, dass die SS 16 ab Termoli den "Gargano" abschneidet und in ihrem Verlauf um die Ort-

        schaften herumführt. Warum also weiter Maut bezahlen ? In Termoli fahren wir leider am LIDL vorbei, das rächt sich noch.

        Kurz vor Foggia schickt uns das Navi über flaches, ödes Land mit vielen verlassenen Bauernhöfen und vielen schwarzen

        Damen am Straßenrand - auf was warten die wohl ?Auf dem Weg nach Manfredonia, am Südende des Gargano, wird die

        Straße schlechter, ich mag jetzt auch nicht mehr fahren, aber wir haben noch keinen Platz gefunden. Das Navi spinnt rum,

        also ausschalten und wie früher nach Karte.

        Hinter der Ortschaft Zapponeta finden wir dann den - schon geschlossenen - Campingplatz "Caravella", oder ist es der

        "Green Park"? Egal - als wir noch am geschlossenen Gittertor beratschlagen, kommt ein junger Mann und öffnet uns, wir

        können auf den Platz fahren.

 

           

 

        Ich hatte schon erwähnt, dass wir am LIDL vorbei gefahren waren. Wo also jetzt etwas zu beißen bekommen ? Der schon

        erwähnte junge Mann leiht mir sein Fahrrad - ein altes Gerät, aber immerhin - es fährt - und mit dem radele ich in den ca.

        1 km entfernten Ort. Nach einigem Suchen finde ich einen kleinen Supermarkt, der gerade schließen will. Die Inhaberin ist

        aber so nett und lässt mich ein paar Kleinigkeiten einkaufen.

        Danach können wir über den platzeigenen Zugang zum Strand, ein wenig sonnen und mit den Hunden spazieren.

        Der Platz selbst ist einfach, wir bekommen aber Strom und alles andere haben wir ja an Bord, die seit längerem nicht gerei-

        nigten Toiletten benutzen wir nicht, ebenso nicht die Dusche. Wir sind aber froh, dass wir in dieser Gegend überhaupt einen

        Platz gefunden haben.

        Abends und nachts gibt es einen heftigen Mückenangriff. Zusammen mit der schwülen Luft wird die Nacht - naja.

 

        9. Tag - Zapponeta - Polignano a Mare - "Torre Incine"    160 km    (freier Platz, kostenlos)

        Habe im Womo-Führer einen freien Platz an einem alten Wehrturm herausgesucht, klingt vielversprechend. Zunächst auf der

        kleinen Küstenstraße bis Barletta, wo wir von der vierspurigen SS 16 einem Wegweiser zu einem "Centro commerziale" folgen.

        Normalerweise fahre ich nicht so gern in unbekannte südliche Städte, das Einkaufszentrum liegt aber Gott sei Dank am Stadt-

        rand. Wir decken uns ausreichend für die nächsten Tage ein.

        Die Straße ist recht gut befahren, in einigermaßen Zustand und eben mautfrei.

        In "Polignano Nord" fahren wir auf die parallel verlaufende Service-Straße und kommen dank GPS zum "Torre Incine".

        Daran vorbei landen wir auf einem Felsplateau direkt über dem Meer und dicht neben einer schönen kleinen Meeresbucht.

 

       

 

                                                                                                           

 

         Den Nachmittag verbringen wir mit Baden, Sonnen und Lesen. Gegen Abend kommen Taucher, Angler und auch die

        Polizei, die aber von uns keine Notiz nimmt - ist halt Nachsaison. Den weiteren Abend, bis ca. 01.00 Uhr, fahren dann in

        Minutenabstand Pkw von oben auf den Platz, drehen eine Runde und verschwinden wieder. Erst danach können wir in Ruhe

        schlafen. Nachts wieder Mücken-Alarm.

        So schön der Platz von der Lage her ist, aber zumindest am Wochenende muss man sich wohl auf eine Menge Zulauf durch die

        Einheimischen einstellen.

 

        10, Tag - Torre Incine - Alberobello    36 km    (freier Platz, kostenlos)

        Wegen der erwähnten Unruhe an diesem Platz und auch, um ein mückenfreies Plätzchen zu finden, ziehen wir den Womo-Führer

        zu Rate und fahren heute Vormittag weiter ins Zentrum der "Trulli"-Dörfer nach Alberobello. 

        Auf dem Weg dahin kommen wir durch Locorotondo und können an der dortigen Genossenschaftskellerei ver- und entsorgen.

        Leider hat der Wasserhahn ein zu großes Gewinde, so dass ich den vorhandenen Schlauch nehmen muss. Aber wir trinken ohne-

        hin nicht aus dem Frischwassertank. 

        Oberhalb von Alberobello finden wir einen ruhigen Platz an einem großen Waldstück. Die vorbei führende Straße ist nur wenig

        befahren. Den Kaffeekaniste kann ich an einem Brunnen in der Nähe füllen.

        Wir schlafen ruhig und ungestört, Mücken-Überfälle bleiben heute nacht aus, Sanni war vorsorglich fast angezogen schlafen

        gegangen, da sie immer bevorzugtes Ziel dieser Biester ist.

 

       

 

        11. und 12. Tag - Alberobello - Marina di Ginosa    67 km    (Stellplatz, 15.- €/Nacht)

        Wir werden von einer wunderschönen Morgensonne geweckt. Der angrenzende Wald beschert den Fellfreunden eine ausgiebige

        Morgenrunde. Es treffen sich hier Jogger und Mountainbiker, die ihrem Sport im Wald nachgehen. Als einer der Läufer seine

        schon wartenden Freunde überschwenglich begrüßt - wir stehen daneben - werden wir auch gleich in den Arm genommen, ist

        doch nett.

        Es ist noch früh und so fahren wir runter ins Trulli-Dorf. Noch sind wenige Touristen dort unterwegs, so dass wir uns die schönen

        Häuser und die engen Gassen in Ruhe ansehen können.

 

       

 

 

        Ein wirklich lohnendes Besichtigungsziel. Übrigens: Die Form der Trullihäuser ist entstanden aus steuerlichen Gründen:

        Häuser, die kein "richtiges" Dach hatten, waren von der Steuer befreit. Daher kam man auf die Idee, Rundhäuser mit

        ebensolchem Dach zu bauen. Da ein solches Rundhaus aber für eine Familie zu klein war, hat man deren gleich mehrere

        nebeneinander gebaut und diese miteinander verbunden, clever, gell ?

        Nach dem ausgiebigen Rundgang zieht es uns weiter nach Süden. Über Noci - Mottola und Palagiano gelangen wir an die

        Südküste des Stiefels, sozusagen an die Sohle. Hier nutzen wir die vierspurig ausgebaute SS 106. Wir biegen dann

        nach Marina di Ginosa ab, wo es einen offiziellen Stellplatz geben soll. Dort angekommen finden wir ein Schweizer Womo und

        ein deutsches, welches gerade abreist. Ansonsten ist der Platz leer. Wir können uns die Ecke, wo wir stehen wollen, aussuchen.

        Unmittelbar hinter dem Stellplatz liegt - mit eigenem Zugang - der endlose breite Sandstrand. Heute und morgen bleiben wir

        hier.

        Nachts kommen wieder die Saugrüssel der Mücken zum Einsatz, morgens sind wir so geschafft, dass wir unbedingt im Ort

        eine Apotheke suchen und Mückenspray kaufen werden. Uns kommt ein älterer Italiener zur Hilfe, der 50 Jahre in Deutsch-

        land gearbeitet hat, unsere Sprache spricht und uns nicht nur den Weg zeigt sondern auch dolmetscht und uns hinterher noch

        zu einem Capuccino einlädt. Toll !

        Nachmittags bezieht es sich mal wieder und wird stürmisch. Es folgt mäßiger Regen, in der Ferne ist Donnergrollen zu hören.

        Angenehme Begleiterscheinung: Es kühlt ein wenig ab.

 

 

        13. Tag - Marina di Ginose - Torre Faro (Sizilien)    360 km    (freier Platz, kostenlos)

        Vormittags, nach kompletter Ver- und Entsorgung, gehen wir es an. Weiter auf der SS 106, den gesamten Bogen zwischen

        Apulien, Basilicata und Kalabrien. Bevor die kalabrischen Berge erreicht werden - wieder mal heftigster Regen, so dass wir

        sogar eine halbe Stunde auf einen Rastplatz fahren. Die Straße steht quasi unter Wasser und das Womo schwimmt mehr als

        dass es fährt. 

        Über die SS 524 fahren wir westwärts zur A 3 und dann weiter Richtung Süden. Auf diesem Autobahnabschnitt sind zahlreiche

        Baustellen mit Fahrbahnverengungen, Tunnelneubauten usw. Es zieht sich. Gegen Mittag fahren wir in einen Ort kurz vor

        Villa Giovanni und machen in einer Straße am Ortsrand Mittag.

        Der Blick bei der Weiterfahrt rüber nach Sizilien zeigt uns, dass es sich über der Insel zuzieht. Anstatt aber auf dem "Stiefel"

        zu bleiben und morgen in Ruhe nach Sizilien rüber zu hüpfen, finden wir uns gegen 16.30 Uhr im Fährhafen wieder, haben

        ruck-zuck ein Ticket gelöst und sind eine halbe Stunde später in Messina. Wir geraten in den chaotischen Berufsverkehr mit

        typisch südlicher Fahrweise. Nur bei eingeschalteter Rückfahrkamera kann ich die verrückten Rollerfahrer rechtzeitig hinter

        dem Womo erkennen, die uns dann rechts oder links überholen.

        An dem angepeilten Campingplatz im Norden von Messini fahren wir irgendwie vorbei, können dann auch nicht wenden und

        finden uns auf dem Weg zum "Torre Faro", dem nördlichsten Zipfel von Sizilien. Es wird immer enger, immer dunkler und -

        fängt natürlich an zu schütten - "optimale" Bedingungen für die Suche nach einem Übernachtungsplatz.

        Kurz vor dem Leuchtturm halte ich an, ziehe mir die Regenklamotten an und erkunde die Gegend zu Fuß. Ich finde einen recht

        unkomfortablen Sandplatz direkt unter dem riesigen Strommast. Egal - zum Übernachten muss es reichen. Und so sieht der Platz

        aus:

 

 

        Nicht gerade anheimelnd. Es kam noch hinzu, dass auf einem Balkon gegenüber 2 Schäferhunde fast die ganze Nacht bellten,

        abends bis nachts, im Ort startet ein Feuerwerk und nahezu ununterbrochen fahren Mopeds und Autos am Platz vorbei, das mit

        den Autos geht bis ca. 02.30 Uhr - ganz toll ! Aber so ist das eben, wenn man nicht rechtzeitig einen Platz sucht.

 

        14. Tag - Torre Faro - Passopiscario    116 kam    (Stellplatz am Weingut, 15.- €/Nacht)

        Natürlich sind wir nicht richtig ausgeschlafen unter den genannten Bedingungen. Morgens geht es weiter, an der Nordküste

        entlang die SS 113, die sich durch zahlreiche Ortschaften quält. Die Fahrweise der Sizilianer, enge Straßen dicht zu parken und

        auf Einmündungen zuzupreschen und halb in die Fahrbahn zu ragen, nervt. 

        Irgendwann können wir auf die S 185 in Richtung Süden in die Berge abbiegen. Die Landschaft ist ursprünglich, wir sehen viele

        kleine Bergdörfer. In Novaria di Sicilia räumt ein Tankwagen vor uns die Straße frei.

 

 

        Nach einer Mittagspause irgendwo in den Bergen kommen wir nachmittags auf dem Weingut nahe der Ortschaft Passopisciaro

        an. Hier wird ein komplett ausgestatteter Stellplatz mit Ver- und Entsorgung, mit Strom und sogar mit Swimmingpool zur

        Verfügung gestellt, das Ganze für 15.- € 

        Kaum angekommen, dürfen wir eine Weinverkostung vornehmen und entschließen uns, von einem halbtrockenen Rotwein eine

        5-ltr.-Gallone zum Preis von 10.- € zu kaufen. Diese begleitet uns den gesamten Urlaub. Abends gehen wir im Restaurant des

        Weingutes essen, typisch sizilianische Kost. Das komplette Menü pro Person mit 4 Gängen, Wein und Wasser: 20..- €

 

        15. bis 18. Tag - Ätna (Etna) - Giardini Naxos    68 km    (Stellplatz, 15.-, bzw. 10.-€/Nacht)

        Das Weingut und der Stellplatz befinden sich an der Nordseite des Ätna. Gestern nachmittag hüllte sich der Krater in leichte

        Wolken. Heute morgen tut uns das Wetter einen Gefallen und der Tag beginnt mit wolkenlosem Himmel, nachdem die Sonne

        so schön aufgegangen ist.

 

 

 

        Zum ersten Mal können wir den Gipfel des "Montebello" (=schöner Berg) sehen. Genau wie ich hat er ein Morgenpfeifchen

        angesteckt. Der Weinbauer gibt uns einen Zettel mit seinem Stempel mit und empfiehlt uns, für die Fahrt zum Gipfel des Ätna,

        die mit Großraum-Jeeps durchgeführt wird, ein bestimmtes Unternehmen zu nehmen, das erspare uns knapp 25.- €. Normal

        kostet die Gipfelfahrt für 2 Personen knapp 100.- €

        Über Linguaglossa schrauben wir uns die Kehren zum Parkplatz "Etna Nord" hoch. Oben empfängt uns hinter dem Wald erst

        mal der grandiose Anblick von riesigen erkalteten Lavaströmen und natürlich der Anblick auf den Vulkan selbst.

 

 

 

        Wir parken auf dem mehrere Fußballfelder großen Parkplatz und lösen die Jeep-Tickets. Der Stempel des Weinbauern wird

        anerkannt. Mit dem Jeep, der wohl gut 20 Leute aufnimmt, fahren wir zwischen der Lava steil hoch Richtung Gipfel. Ca. 300 m

        darunter halten wir an und kraxeln ein kleines Stück zu Fuß weiter hoch.

        Und dann liegt er nah und in beeindruckender Größe vor uns: Der Ätna ! Ein toller Anblick ! Angesichts dieser Naturgewalt des

        rauchenden Kraters kommt man sich klein vor.

 

            

 

 

    

 

        Der Blick hinunter auf die Küste, aus fast 3000 m Höhe, ist ebenfalls wunderschön. Wir können auch unser Womo - der kleine

        gelbe Pfeil - auf dem Parkplatz erkennen. Nach etlichen Fotos geht es an die Rückfahrt, unterwegs wird noch einmal

        angehalten, um verschiedene Lavaströme früherer Ausbrüche und kleinere Nebenkrater zu besichtigen. Wir sind uns einig:

        Ein ganz tolles Erlebnis, das wir so schnell nicht vergessen werden.

        Dann geht's hinunter zum Womo. An der Bergstraße hinab machen wir gegenüber einem ehemaligen Campingplatz im Wald

        Mittagspause, die Hunde kommen zu ihrem Recht, sie haben ca. 2 1/2 Stunden im Womo auf uns gewartet.

        Weiter geht's an die Küste nach Giardini Naxos. Wir fahren auf den SP "Lagani", super ausgestattet, netter Chef, der uns

        allerdings auf einen Eckplatz einweist, der recht eng ist und uns eigentlich nicht so gefällt. Der Strand soll etwa 300 m ent-

        fernt sein. Später erkunden wir den Weg dorthin und entdecken in der Nähe zwei größere Flächen, wo wir mit den Hunden

        wenigstens kurze Gänge machen können, alles in allem für die Vierbeiner hier nicht so optimal.

        Bei unser Erkundung entdecken wir nebenan auch den SP "Holiday Sun", ähnlich gut ausgestattet und fast leer. Wir werden

        morgen dorthin umsetzen.

        Wir werden die nächsten Tage hier bleiben, morgen mit dem Bus nach Taormina fahren und einfach ein wenig relaxen. Dann

        geht's am Sonntag oder Montag weiter.

 

        Die Frührunde findet heute am leeren Strand statt. Nach dem Frühstück gehen wir zum Bus und fahren nach Taormina.

        Schon auf der Anfahrt genießen wir den Blick auf die schöne Lage der Stadt. Wir bummeln durch die Fußgängerzone, ruhen

        uns bei einem Urlaubsbier aus und kommen schließlich zum "Teatro Greco". Die Stadt ist mehr als gut besucht, touristisch

        "voll erschlossen", aber wirklich sehenswert. Hier nun eine kleine Fotoauswahl:

 

       

 

   

 

 

        Voll mit diesen schönen Eindrücken fahren wir mit dem Bus zurück. Am Stellplatz angekommen, empfängt uns ganz

        aufgeregt Peter:"Gott sei Dank, dass Sie da sind, Ihre Hunde waren zweimal ausgerissen, einer ist immer noch weg."

        Ach du großer Gott ! Wir denken beide sofort an Pedro, den ehemaligen griechischen Streuner, aber nein, der war als

        einziger beim Womo geblieben. Ayka ist noch weg. In diesem Moment kommt sie pudelnass auf den Stellplatz getrabt.

        Was war passiert ? Ich Schussel hatte beide Türen am Fahrerhaus offen gelassen, die Hunde waren heraus gesprungen

        und hatten unsere Witterung verfolgt, beim ersten Mal Richtung Bushaltestelle, beim zweiten Mal über die Hauptstraße

        zum Strand. Peter war zweimal hinterher gelaufen und hatte  sie wieder eingefangen. Wir sind ihm unendlich dankbar,

        ich kann mir meinen Fehler nur schwer verzeihen.

 

        Im Laufe des Sonnabends füllt sich der bis dahin leere Platz zusehends mit italienischen Wochenend-Ausflüglern. Mit Kind

        und Kegel fallen sie ein und der Geräuschpegel erhöht sich minütlich. Na, ganz toll ! Aber da kann man nichts machen,

        schließlich sind sie hier zu Hause. Peter tröstet - morgen Nachmittag werden alle wieder wegfahren. Der heutige und auch

        der morgige Tag werden dementsprechend - an Ruhe und Erholung ist einfach nicht zu denken.

        Sozusagen zum Trost kommen wir mit Claudia und Olli ins Gespräch und es ergibt sich ein wirklich netter Kontakt, mit

        abendlichem gemeinsamen Grillen und einem Abschlussessen am Sonntagabend. Anders als ursprünglich geplant, fahren

        wir erst am Montagmorgen weiter. Künftig werden wir an den Wochenenden die Küste meiden, wir brauchen einfach unsere

        Ruhe und Ruhe ist den Italienern einfach nicht gegeben.

 

        19. Tag - Giardini Naxos - Alcántare-Schlucht - Lido di Noto    180 km    (freier Platz, kostenlos)

        Morgens Verabschiedung von Claudia und Olli, danach entsorgen. Ich bemerke, dass die Steckverbindung der Abwasser-

        rohre wohl undicht ist, es läuft nicht nur hinten raus sondern auch irgendwo zwischendurch. Durch einfaches Ruckeln kriege

        ich das Stecksystem wieder zusammen - blöde Konstruktion !

        Wir fahren 13 km hoch in die Berge zur Schlucht. Diese ist wirklich sehenswert.

 

   

 

        Dann fahren wir auf die A 18 Richtung Süden. An Catania vorbei, dann an Augusta, dahinter auf die neue - mautfreie - Bahn.

        Wir wollen uns einen Platz in Siracusa ansehen, den uns Karin von www.meinwomo.net empfohlen hat, die wir ebenfalls auf

        dem Stellplatz in Giardini Naxos getroffen haben. Wir fahren in die Stadt hinein. In dem immer engeren Gewirr der Straßen

        spielt das Navi völlig verrückt. Irgendwie kommen wir in den Hafenbereich, für eine Besichtigung der dort liegenden Bark

        "SeaCloud II" bleibt keine Zeit, wir sind froh, als wir wieder aus der Stadt herausfinden. Wir ziehen den SCHULZ zu Rate

        und entscheiden uns für einen einfachen freien Platz in der Badebucht von Lido di Noto.

 

 

        Zwei holländische Wohnmobile stehen dort, am Strand einige wenige Badegäste. Wir stellen uns in gebührendem Abstand

        hin, Sanni legt Urlaubsbräune auf. Eine ältere Italienerin, von der ich erst glaube, sie hat Angst vor den Vierbeinern, ist von

        Ayka völlig hingerissen, ruft immer wieder: "Dolce !" (süß ?), so ist das also auch geklärt. Wir bleiben und genießen den Tag

        am Strand.

 

        20. und 21. Tag - Lido di Noto - Isola delle Correnti    58 km    (freier Platz, kostenlos)

        Nach ungestörter Nacht zeigt sich morgens bedeckter Himmel. Die Holländer rücken ab, wir packen ebenfalls. Zunächst geht

        es nach Noto, einkaufen im Supermarkt. Während ich auf dem Parkplatz warte, geht ein Gewitterschauer nieder, heftig !

        Wir warten den stärksten Regen ab, dann fahren wir weiter und hangeln uns irgendwie über kurvige Nebenstrecken zur P 19,

        Richtung Süden. An Pachino vorbei fahren wir zunächst nach Porto Palo, wo Karin uns den Platz am Hafen empfohlen hat.

        Dies ist jedoch nichts für uns, zu betriebsam durch die Fischer.

        Also wieder Womo-Buch bemühen und weiter zum südlichsten Punkt Siziliens, der "Isola delle Correnti". Wir finden gut hin.

        Am Ende der Strandstraße glauben wir zunächst, dass wir dort auf dem Asphalt stehen müssen, eine Erkundung zu Fuß klärt

        uns dann auf: Eine asphaltierte Zufahrt hinunter gelangt man zu einem Grasplateau direkt über dem felsigen Strand. Dort

        stehen zwei Womos, für uns ist auch noch Platz. Vom Plateau weg zieht sich ein riesiger Sandstrandbogen - ein schöner Platz.

 

 

        Diesen und den nächsten Tag verbringen wir faul am Womo oder am Strand. Dort können wir morgens und abends für

        ausreichende Bewegung der Vierbeiner sorgen. Der nebenan liegende Campingplatz ist offensichtlich geschlossen und macht

        einen trostlosen Eindruck. Überhaupt ist zu merken, dass die Saison vorbei ist, Restaurants sind geschlossen, am Strand sind

        kaum Menschen.

        Am nächsten Tag lernen wir Susanne und Christian aus der Nähe von Augsburg kennen, ein nettes Paar, mit dem wir schöne

        Stunden verleben. Wir verkosten abends unseren auf dem Weingut erstandenen Roten und einige von ihren Getränken.

 

   

 

         22. Tag - Isola delle Correnti - Marina Acate    115 km    (freier Platz, kostenlos)

        Schon gegen 06.00 Uhr sind wir wach, wie überhaupt fast immer im Urlaub. Wir gehen allerdings auch abends recht früh in

        die Falle, einfach, weil wir müde sind. 

        Über dem Meer sind dunkle Wolken, weit weg ist Donnergrollen zu hören. Vorsichtshalber mache ich, vor dem Frühstück, das

        Womo abfahrtbereit, denn wenn es anfängt zu regnen, hätten wir große Schwierigkeiten, von dem Grasplateau weg zu kommen.

        Das Gewitter bleibt aber auf dem Meer. Kurz nach 08.00 Uhr Verabschiedung von den beiden Augsburgern.

        Heute müssen wir unbedingt Wasser bunkern, die Toilette entsorgen und irgendwo an den Bankomaten. 

        In Donnalucata gibt es den Campingplatz "Picadilly". Nun sind C-Plätze nicht so unser Ding, aber es nützt ja nichts. Also

        raufgefahren. Es stehen etwa 4 Womos auf dem Platz, 3 davon aus norddeutschen Landen. Auf unsere Frage nach dem Preis

        erhalten wir die Auskunft, dass die "unterschiedlich" sind, je nachdem, ob man "VIP"-Plätze oder einen normalen Platz

        nimmt. Der Platzbetreiber Giovanni sei momentan nicht da, er würde später kommen. Nun gut, entsorgen wir erst mal und

        dann sehen wir weiter.

        Nun geht's los: Ein Italiener mit einer kleinen "Fußhupe" - so nennen wir sehr kleine Hunde - reißt seinen Fiffi an der Leine

        hoch und stranguliert ihn fast, als er unsere 3 Hunde sieht (die wohlgemerkt angeleint sind). Na, das wird lustig. Irgendwie

        äußert er irgendwelche Bedenken auf italienisch, die ich nicht verstehe und eigentlich auch nicht teile. Aber wir merken schon,    

        das hier wird nichts für uns.

        Nach Ver- und Entsorgung, die wir ja nicht geschenkt haben wollen, gehe ich auf den Italiener zu. Ich gebe ihm 5.- € und

        verdeutliche ihm, die solle er Giovanni für die Entsorgung geben. Er nimmt das Geld und sagt dann: "Dieci", was wohl soviel

        wie "10" heißt, dazu sagt er auf englisch "ten". Ich frage nach, weil ich das gar nicht glauben kann, 10 € für ein bißchen

        Wasser und einmal Toilettenkassette ? Er bestätigt. Ich sage "no". Darauf gibt er mit die 5.- € zurück. Nun gut, dann nicht,

        wir wollten nichts umsonst, kaufen wollte ich die Versorgung allerdings auch nicht. Dann mal "Arividerci und grazie".

 

        Also dann jetzt doch weiter suchen nach einem freien Stellplatz. Lt. Womo-Buch soll es eine Möglichkeit am Capo Bracetto

        geben. Die schauen wir uns an. Die beschriebene Stelle ist zwar recht schön, allerdings braucht man, um an den Strand zu

        kommen, ein geländegängiges Fahrzeug. Die nächsten Möglichkeiten sind zugebaut oder eingezäunt.

        Genauso viel Glück haben wir mit dem Geldautomaten: In Pozallo an der Post funktioniert er nicht, im nächsten Ort an

        einem Supermarkt scheint die Sonne derart aufs Display, dass ich nichts erkennen kann, super.

        In Marina di Acate rein in den Ort, ich liebe diese engen Dörfer !, irgendwie zur Prachtavenue direkt am Strand und ganz

        bis zum Ende durch, da bleiben wir stehen - direkt oberhalb des Sandstrandes. Wir stehen unweit einer Taverne, die schon

        Saisonende hat, gegenüber liegen Sommerhäuser und Ferienwohnungen, alle leer, viele zum Verkauf angeboten.

        Wir werden hier wohl nur einen Tag stehen bleiben, die leeren Sommerhäuser, dazwischen jede Menge Müllhaufen, sind doch

        irgendwie nicht so anheimelnd.

 

       

 

        Nachmittags kommen die beiden holländischen Womos, die schon an der Isola delle Correnti standen. Irgendwie sind wir ganz

        froh, denn tagsüber kurven hier allerhand komische Typen rum, so dass wir zu den Holländern aufschließen.

 

                                                                                                           

 

        Die Nacht ist ruhig, gegen 04.00 Uhr meldet sich kurz die Alarmanlage (Pedro). Draußen dreht Carabinieri ihre Runde, schön.

 

        23. Tag - Marina di Acate - Gela - Licata    48 km    (freier Platz, kostenlos)

        Schon früh brechen wir auf. Über Nebenstraßen kommen wir zur SS 115 und streifen Gela am Stadtrand. Endlich können wir

        uns mit Bargeld versorgen. Es zieht sich, wir sind mitten im Berufsverkehr der gar nicht so kleinen Stadt. Hinter Gela kommen

        wir zum Schloss "Falconara", wo man auf dem Parkplatz stehen können soll. Der Platz liegt allerdings direkt an der SS 115,

        nichts für uns. Ca. 5 km weiter sehen wir von oben eine schöne Zufahrt direkt zum Strand zu einem größeren Platz. Das wird

        unsere nächste Bleibe. Man steht direkt oberhalb des Sandstrandes. Nebenan eine Strandbar, geschlossen. Wasserhahn zu.

        (Aber wir haben ja auf dem Campingplatz versorgt.) Nachmittags kommt ein italienisches Womo und stellt sich neben uns.

        Zunächst kein Kontakt, später brechen die Hunde das Eis und Rosa, so heißt die Italienerin, unterhält sich nett mit uns. Das

        meiste reime ich mir zusammen. Mal sehen, ob heute - Wochenende - hier auch eine italienische Invasion stattfindet.

 

 

        Nachmittags machen wir einen langen Spaziergang am leeren Strand. Nachsaison, bzw. Ende der Saison hat auch etwas:

        Die Strände sind leer und trotzdem ist für uns noch Sommer. Das Wetter hält sich (noch).

 

 

        24. Tag - Licata - Agrigento - Dittaino    170 km    (Stellplatz an Outlet-Center, kostenlos)

        Gestern Abend war es bedeckt, aber so ist es momentan häufiger. Heute morgen gegen 05.00 Uhr ging es dann los mit

        einem kräftigen Gewitter. Einmal knallt es so laut, dass es irgendwo in der Nähe eingeschlagen haben muss. Ayka zittert,

        Pedro springt erschreckt hoch, nur Willi schläft cool weiter. Mit der Taschenlampe leuchte ich raus, um den Zustand des

        Platzes zu sehen. Es bilden sich schnell riesige Pfützen. Das Wasser läuft aber überwiegend zum Strand hin ab. Wir 

        stehen zwar tiefer als die Küstenstraße, aber der Platz bildet keine Mulde - dennoch werden Erinnerungen an unser Hoch-

        wasserdrama auf Sardinien wach.

        Bei Tageslicht schaue ich mir den Platz genauer an und stelle fest, dass die obere Schicht lehmig und rutschig ist. Wir

        befürchten, dass wir, sollte sich das Wetter weiter verschlechtern, nicht zur Straße hoch kommen. Rosa beruhigt uns: Sie

        kommt hier seit Jahren her und auch bei Regen ist der Platz befahrbar.

        Hoffentlich ist das nun nicht der große Wetterumschwung. Wir stehen jetzt ca. 60 km vor Agrigento und die griechischen

        Tempel dort wollen wir auf jeden Fall sehen, bevor wir in Richtung Heimat umkehren. 

        Übrigens: Der erwähnte Knall beim Gewitter - es hat in einen Stromkasten reingehagelt, der oben an der Straße steht.

        Das Gehäuse ist geschmolzen, im Kasten knallt und blitzt es.

        Vormittags brechen wir nach Agrigento auf. Wir kommen tatsächlich ohne Probleme vom Platz.

        Nach relativ kurzer Zeit fahren wir auf Agrigento zu, rechts oberhalb der Straße sehen wir schon den mächtigsten der

        Tempel (Concordia-Tempel). Wir finden auf den Riesen-Parkplatz, verschaffen unseren Freunden noch ein wenig Bewegung

        und fahren dann mit einem Elektrotaxi hinauf zum Tal der Tempel. Ein erster Fotostopp verschafft einen Überblick.

 

 

 

        Wir sind natürlich nicht die einzigen, die sich die antiken Schätze ansehen wollen, auf dem sehr großen Gelände verläuft

        sich aber die Menge. Wir wandern in Ruhe von einem Tempel zum anderen, der Auslöser arbeitet.

 

 

 

        Im unteren Bereich der Anlage sehen wir noch diesen "gefallenen Riesen". Es ist ein sog. Telamon, früher als Stütze des

        Tempelgebälks genutzt.

 

 

        Nach dem wirklich sehr eindrucksvollen Erlebnis brechen wir in Richtung Inselmitte auf. Kurz hinter Agrigento ist aller-

        dings die Straße voll gesperrt, so dass wir einen Schlenker über Favara fahren müssen, um an die SS 640 zu kommen.

        Dabei biege ich in Favara zu früh ab und komme zur anderen Seite der Baustellen-Sperre. Also noch mal von vorn: Wieder

        nach Favara hoch und dann Richtung Caltanisetta halten. Nach vielen Kurven über kleine Nebenstraßen kommen wir dann

        zur SS 640, die sich nordostwärts durch die Insel zieht. Hier wird kräftig gebaut, so dass ein zügiges Voankommen zumindest

        anfangs nicht möglich ist. Wir wissen noch gar nicht, wo wir unsere Zwischenübernachtung machen wollen. Auf der A 19

        geht es weiter.

        In Höhe Dittiano sehen wir rechts unterhalb der Straße ein Industriegebiet, bei einem Unternehmen einen großen Parkplatz

        mit schöner Grünanlage drum herum. Wir fahren ab und finden auch hin.

        Als wir gerade ausgestiegen sind, hören wir jemanden "privato" rufen. Es ist ein Wachmann, der hier am Wochenende wohl

        das Gelände bewacht. Er will uns sofort wegschicken. Als ich mit Händen und Füßen um eine 10-minütige Pause bitte, lässt

        er sich erweichen. Er gibt uns sogar noch den Tipp, auf die andere Seite der Autobahn zu dem "Sicilia Village" zu fahren, dort

        sei ein großer Parkplatz, wo Busse und Wohnmobile parken können. (übernachten?)

        Wir folgen seinem Rat und landen einen Volltreffer. Das riesige Parkplatzgelände des "Sicilia Village", ein Einkaufscenter

        mit Geschäften der gehobenen Klasse, hat im hinteren Bereich einen Bus- und Wohnmobilstellplatz. Es gibt Säulen mit Strom-

        und Wasseranschluss, das Ganze ist gratis - super !

 

           

 

        25. Tag - Dittiano - Catania - Giardini Naxos    107 km    (Stellplatz, 10.- €/Nacht)

        Trotz Autobahnnähe haben wir ruhig geschlafen. Vormittags bummeln wir durch das "Sicilia Village". Armani, Gucci und wie

        sie alle heißen, haben ein tolles Warensortiment. Für uns beide ist jeweils eine Kleinigkeit dabei. Bei einem sehr bekannten

        Chocolatier packen wir uns eine Tüte mit Köstlichkeiten ein.

 

        Es hat sich sehr abgekühlt. Gegen Mittag fahren wir weiter in Richtung Ostküste. Wir wollen vor dem Übersetzen zum Fest-

        land noch einmal auf dem SP "Holiday Sun" Station machen. Dort angekommen freut man sich, uns wieder zu sehen und

        erzählt uns gleich, dass die Augsburger Susanne und Christian auf unseren Tipp hin auch dort waren und vor kurzem gerade

        abgefahren sind. Der Ätna, von hier aus gut zu sehen, hat jetzt eine leichte Schneehaube.

 

  

 

        26. Tag - Giardini Naxos - Ferruzzano (Kalabrien)    171 km    (freier Platz, kostenlos)

        Nachts wieder mal Regentropfen, morgens Gewitter. Im Lauf des Vormittags reißt der Himmer aber auf, innerhalb einer

        Stunde ist schönstes Wetter.

        Kurze Zeit später sind wir auf der Autobahn Richtung Messina. Man hat uns den Tipp gegeben, erst die letzte Ausfahrt,

        "Bocetta" abzufahren, man käme dann auf kürzestem Weg zum Fährhafen. So ist es auch. Ticket gelöst und schon sind wir

        auf der Fähre. Ursprünglich wollten wir die italienische Westküste hochfahren, ein Wohnmobilist auf dem Stellplatz riet uns

        aber davon ab, bis fast nach Salerno sei eine Baustelle nach der anderen. Also fahren wir "unten rum" um Stiefelspitze und

        Sohle Richtung Adriaküste.

        Es dauert ziemlich lange, bis wir uns endlich eine Pause gönnen können, und zwar auf einem Platz neben der S 106, in Bova

        Marina. Am frühen Nachmittag sehen wir von der Straße aus Richtung Strand unter uns einige Womos direkt an der Strand-

        straße stehen - da muss man doch hinkommen können ? Wir suchen im Ort Ferruzzano und finden das Schild "Mare".

        Unter der Eisenbahnbrücke hindurch - ja, ja, die Eisenbahn - gelangen wir direkt zur endlos langen Strandstraße direkt am

        Meer. Wir suchen uns einen schönen Platz, hier bleiben wir. In einigem Abstand gibt es an der Straße funktionierende Wasser-

        hähne, sowie Mülltonnen.

 

 

        27. Tag - Ferruzano - Marina Mandatoriccio    240 km    (Stellplatz "da Mario", 10.-€ /Nacht)

        Da wir früh schlafen gegangen waren, sind wir auch früh hoch. Bereits kurz nach Sonnenaufgang geht es weiter. Wir bleiben

        auf der SS 106. Diese führt durch etliche Ortschaften. Um den "Ballen" des italienischen Stiefels herum kommen wir nach

        Crotone und dahinter auf einen Pausenplatz. Kurz nach uns hält ein Pkw mit einem jungen Pärchen an, der junge Mann

        spricht uns an, er will irgendwas wegen der Hunde, ich verstehe ihn nicht. Dann sehe ich, dass er selbst einen Dalmatiner

        im Auto hat. Offensichtlich will er wissen, ob es zwischen den Hunden Probleme gibt (?). Als ich ihm klar mache, dass von

        unseren keine Probleme zu erwarten sind, lässt er den Dalmatiner rausspringen. Jetzt will er mir einen europäischen Tierpass

        in die Hund drücken. Nun verstehe ich: Er will uns den Hund verkaufen ! Nein, Kumpel, nicht mit uns, mach' dich mal ganz

        schnell vom Acker. Das tut er denn auch. Sachen gibt's.

        Nachmittags landen wir auf dem Stellplatz "da Mario". Die Zufahrt von der Straße ist ein "Schmankerl", nicht nur in ganz

        scharfem Winkel rechts rum sondern auch gleich wahnsinnig steil hinunter. Ich muss einmal rückwärts in die Fahrbahn zurück

        rangieren und dann setzen wir auch noch leicht auf, dann ist es geschafft.

        Die besondere Art der Zufahrt und der sich anschließende Bahnübergang sorgen am nächsten Morgen noch für ein interessantes

        Erlebnis.

        Auf dem Platz sind bereits Dauercamper zum Überwintern. Einer davon hat sein Womo an die Kette gelegt - 

 

       

        

        wir hören es förmlich jammern. Von den sehr guten und sauberen Sanitäreinrichtung des Platzes nehmen wir lediglich die 

        Toilette in Anspruch und nutzen am nächsten Morgen die Entsorgungsanlage.

 

        28. Tag - Marina Mandatoriccio - Pino di Lenne - Torre di Mileto(Gargano)    450 km    (Freier Platz, kostenlos)

        So langsam müssen wir anfangen, ein wenig "Kilometer zu machen", eigentlich schade, denn heute ist das Wetter wirklich

        sehr schön.

        Bereits um kurz nach 07.00 Uhr fahren wir ab. Und am Bahnübergang - s. oben - ist erst mal Schluss. Ein Truck mit Auf-

        lieger ist, warum auch immer von der oberen Straße die steile Zufahrt Richtung untere Straße gefahren und wegen des

        Gefälles vor und hinter dem Bahnübergang genau mit dem Auflieger auf den Gleisen hängen geblieben. Das sieht nicht gut

        aus, zumal morgens eine Art Regionalbahn hier verkehrt.

 

 

        Wir nehmen erst mal gebührend Abstand für den Fall, dass ein Zug kommt und nicht rechtzeitig bremsen kann. Aus der

        Entfernung verfolgen wir verschiedene Rangiermanöver des Lkw, er steckt aber weiter fest. Letztendlich würgt er sein

        Fahrzeug mit hässlich quietschenden Geräuschen über die Schienen nach unten, der Übergang ist wieder frei. Wie er später

        von der unteren Straße wieder weg gekommen ist, haben wir nicht abgewartet. Unser Abfahrt steht nichts mehr im Weg.

 

        Wir fahren weiter auf der S 106, die anfangs eher einer normalen Landstraße gleicht und ab Capo Spulico vierspurig wird.

        Höhe Pino di Lenne biegen wir ab, weil laut Womo-Führer hinter dem Pinienwald ein schöner Strandplatz sein soll. Wir sind

        jetzt kurz vor Taranto. Der ca. 1 km lange Weg durch den Wald führt unter einer Eisenbahnbrücke hindurch auf einen riesen-

        großen Sandplatz an der Mündung des Flusses Lenne ins Meer. Zahlreiche Angler versuchen hier ihr Glück.

        Sanni will unbedingt eine lange Pause machen und sich ein letztes Mal in der Sonne aalen. Das tun wir dann auch.

        Nach dieser langen Mittagspause fahren wir weiter. Wir wollen heute bis oberhalb der Halbinsel Gargano kommen, von hier

        aus noch ca. 280 km.

        Bis Barletta nehmen wir die mautfreie S 100 und ab dann die A 14. Unterwegs Kaffeepause. Die Autobahn ist wenig befahren,

        so dass wir gegen 17.15 Uhr abbiegen und zum Torre di Mileto kommen. Davor ist ein Parkplatz, der Turm liegt oberhalb der

        felsigen Küste. Wir bleiben stehen und haben eine ruhige Nacht.

 

               

 

                                        So sieht es abends aus -                                        ... und so romantisch am nächsten Morgen.

 

        29. Tag - Torre di Mileto - Bellaria Igea Marina    493 km    (Stellplatz, 15.-€/Nacht)

        Früh geht es weiter. Zunächst in die nächste Kleinstadt, Geld besorgen, danach tanken. Leider ist heute morgen die zweite

        Gasflasche leer. Sie war erst vor ca. 8 Tagen angesprungen. Für's Kaffeekochen hat's noch gereicht, jetzt ist sie leer.

        Ich verstehe das nicht: Hundertprozentig hatte ich zwei volle Gasflaschen vor Urlaubsantritt gekauft, die erste hat 3 1/2

        Wochen gehalten, die zweite nur ca. 8 Tage. Die kann nicht voll gewesen sein. Schöner Mist ! 

        Beim Tanken frage ich den Tankwart, ob er mit die Flasche mit GPL füllen kann, ich hätte auch Adapter dabei. Leider passen

        die aber nicht, also nix mit Gas. Um es kurz zu machen: Erst in Deutschland können wir eine Flasche tauschen.

        In Termoli irren wir fast eine Stunde herum, um das - nur einmal ausgeschilderte - "Centro commerziale" zu finden. Irgendwie

        schaffen wir es dann.

        Schon ziemlich im Norden, südlich von Rimini, wollen wir zur Übernachtung einen einfachen Parkplatz aufsuchen, den ich mir

        aus einem Reisebericht notiert hatte. Die Straße dahin ist aber so grottenschlecht, dass wir umdrehen. Mensch, haben wir heute

        ein Glück beim Suchen !

        Letztlich landen wir wieder auf dem Stellplatz in Bellaria Igea Marina, den wir von der Hinfahrt kennen. Im Gegensatz zum

        Urlaubsbeginn stehen jetzt dort lediglich 4 Womos.

        Ein Spaziergang mit den Wuffels an den Strand zeigt, dass die Hotels und Restaurants geschlossen haben und wir fast allein 

        dort spazieren gehen. 

 

 

        Wir bekommen auf dem Stellplatz einen Tipp auf ein noch geöffnetes Restaurant und gehen nett essen.

 

        30. Tag - Igea Marina - Brenner - Kloster Andechs    635 km    (Parkplatz am Kloster, kostenlos)

        Um 08.30 Uhr kommen wir vom Platz, vorher geht es nicht, weil das Tor nachts abgeschlossen ist. Aus unser Sicht recht

        fragwürdig. Was ist, wenn nachts Hilfe benötigt wird ? Es ist noch nicht mal eine Telefonnummer angeschlagen, man ist

        also quasi eingesperrt.

        Zügig geht es auf der A 14 Richtung Brenner. Vormittagspause an der Raststätte "Po Est", wo ein gutes Auslaufgebiet für

        die Hunde ist. Mittagspause auf dem großen Parkplatz unmittelbar vor dem Brenner. Hier oben merken wir, dass es trotz

        des strahlend blauen Himmels für unsere Begriffe schon saukalt ist.

        Wir nehmen diesmal nicht der Fernpass sonder, wie in den letzten Jahren immer, den "Zirler Berg". Zwar geht es vom

        Inntal aus mächtig steil hoch, das aber eigentlich nur zweimal, dann ist die Steigung mäßig und man ist schnell drüber.

        Die ganze Kurbelei wie beim Fernpass entfällt. In Garmisch-Partenkirchen können wir im Baumarkt endlich eine Gasflasche

        kaufen. Der Morgenkaffee ist wieder gerettet und auch die Heizung, die wir morgens jetzt schon benötigen.

        Von GAP ziehen wir dann noch mal durch bis zum Kloster Andechs und kommen dort in der Dämmerung an. Auf dem

        hinteren Teil des Parkplatzes darf man übernachten, einige Womos stehen schon dort. Die Etappe hat mich mächtig

        geschafft.

 

       

 

        31. Tag - Kloster Andechs - Neunburg v. Wald    220 km    (freier Übernachtungsplatz, da privat)

        Vormittags gehen wir zum Kloster hoch, es wird gerade geöffnet. Wir schauen uns die reichlich barock ausgestattete

        Klosterkirche an. In einem Buchladen des Klosters erstehen wir einige Bücher. Der Erlös kommt einem Hilfsprojekt in

        Brasilien zu Gute. Im Klosterladen, vor dem jetzt schon die erste "Busladung" steht, kaufen wir das gute dunkle Kloster-

        bier. Dann fahren wir los.

        Zunächst ein kurzes Stück zurück nach Weilheim, wo wir ver- und entsorgen. Über Starnberg und München kommen wir

        auf die A 9, später auf die A 93. Mittagspause an einem Sportzentrum in einem kleinen Dorf.

        Nachmittags sind wir bei meiner Verwandten und bleiben über Nacht dort.

 

        32. Tag - Neunburg v. Wald - Bad Belzig    408 km    (Stellplatz bei Landgasthof, kostenlos)

        Bevor wir weiterfahren gibt es fürs Womo eine Generalreinigung innen. Nach über 4 Wochen mit zwischendurch lediglich

        Ausfegen ist das einfach fällig. Wieder lacht die Sonne von einem strahlend blauen Himmel, es ist ein schöner wenn auch

        kalter Herbsttag.

        Mit einigen Pausen - einmal ca. 1/2 Stunde Stau - näheren wir uns am späten Nachmittag der Gegend um Potsdam. Unser

        Navi zeigt als möglichen Stellplatz die "Springbachmühle" in der Nähe von Bad Belzig an.

        Ein guter Tipp: An dem genannten Landgasthof vorbei kommt man auf eine Waldlichtung. Hier kann man völlig ruhig

        stehen. (Am nächsten Morgen fragen wir den Hausmeister, der dort die Pferde füttert: Ja, der Platz kann kostenlos genutzt

        werden, es sind sogar Strom und Wasser vorhanden - hatten wir gestern Abend gar nicht gesehen.)

 

 

        33. Tag - Bad Belzig - zu Hause    320 km    

        Wir haben sehr gut geschlafen. Der Platz ist total ruhig, allerdings auch stockdunkel. Nach mehreren Aufenthalten auf Stell-

        plätzen sind wir das freie Stehen wohl nicht mehr so recht gewöhnt ?

        Gegen Mittag kommen wir wohlbehalten zu Hause an.

 

        Italien ist ein sehr schönes Land, es lohnt sich mit Sicherheit, sich auch Gegenden im Landesinneren anzusehen. Allerdings

        ist uns der Müll und Dreck sehr negativ aufgefallen, schade, dass man ein so schönes Land so schlecht behandelt. Was uns

        insbesondere an Sizilien gefallen hat, war die schöne Berglandschaft, aber auch vor allem der aktive Vulkan Ätna und die

        griechischen Tempel bei Agrigento. 

 

        Ich habe diesmal recht akribisch Buch geführt, was unsere Urlaubkosten angeht. Vielleicht ist es ja für den einen oder

        anderen interessant, um mal eine Vorstellung davon zu bekommen. Dazu möchte ich anmerken, dass wir uns überwiegend

        selbst bekocht haben. Wo es möglich war, haben wir frei gestanden, weniger aus Kostengründen sondern weil wir mit den

        Hunden so einfach freier waren. Natürlich spart das auch Kosten, aber das war nicht der vorrangige Ansatz. Warum soll

        man in der Nachsaison nicht frei stehen, wo es schön ist und niemanden stört.

 

     

Diesel

Essen, Einkauf

SP-Gebühren

Maut

Sonstiges (Tickets pp.)

Stellplatz/frei

1255.-€

575.- €

206.- €

166.- €

363.- €

frei: 16 mal, bez.: 10 mal

 

 

 

 

gesamt: 2565.-€